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Gesund am Arbeitsplatz

Daniel Angst, Abteilungsleiter Präventionsmanagement bei SWICA, erklärt: Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz hat einen erheblichen Einfluss auf den psychischen Zustand eines Menschen. Wie bleiben wir gesund und glücklich mit unserer Arbeit?


Herr Angst, welche Faktoren sind wichtig, um am Arbeitsplatz glücklich zu sein?
Genügend Handlungsspielraum, ganzheitliche Tätigkeiten, unterstützendes Verhalten des Vorgesetzten und die allgemeine Wertschätzung werden im Job-Stress-Index der Gesundheitsförderung Schweiz namentlich genannt. Aus meiner langjährigen Erfahrung im Bereich Prävention kann ich sagen, dass ein kollegiales Arbeitsumfeld einen sehr wichtigen Pfeiler darstellt, der eben auch in schwierigen Situationen eine Firma stützen kann.


Wie ist ein optimaler Arbeitsplatz eingerichtet?
Ein optimaler Arbeitsplatz bietet die Möglichkeit, sich in ausreichendem Masse zu bewegen. Unnatürliche Haltungen über mehrere Stunden sind zu meiden. Es ist zudem wichtig, dass wir Zugang zu Tageslicht, frischer Luft und einem guten Raumklima haben (weder zu heiss noch zu warm). Nicht zu vergessen ist die Lärmkulisse, die mitverantwortlich ist für Stress. Ein Grossraumbüro ist so einzurichten, dass wir bei den täglichen Telefongesprächen mit Kunden nicht durch Arbeitskollegen gestört werden.


Gerade für Büroangestellte besteht der Tag aus häufigem und langem Sitzen. Welche Tipps gibt es, um Bewegung in den Arbeitsalltag zu bringen?
Neben den bereits bekannten Massnahmen mit Stehtischen sind gelegentliche Pausen wichtig. Die Positionswechsel in sitzender Tätigkeit sind gesünder als das früher proklamierte sture Festhalten an geradem Sitzen. Leuten mit sitzender Tätigkeit ist zu empfehlen, sich zwei- bis dreimal wöchentlich sportlich zu betätigen.


Welche Tipps gibt es, um sich während stressigen Arbeitstagen eine Insel zu schaffen?
Grössere Firmen bieten den Mitarbeitenden sogenannte Ruheräume an. Solche Massnahmen sind sehr effektiv, sofern sie auch genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist der korrekte Umgang im Bereich Zeitmanagement. Man muss Pausen einplanen und sich strikte daran halten. Wie man sich entspannt, kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Zu empfehlen sind jedoch Tätigkeiten, die kein Leistungsdenken aufkommen lassen, denn dieses haben wir bereits im Beruf oder beim Sport.


Oftmals ist der Arbeitsalltag von Stress und kurzen Mittagspausen geprägt. Welche Rolle spielt die Ernährung für die Psyche im Arbeitsalltag?
Die Ernährung hat nachweislich einen erheblichen Einfluss auf den empfundenen Stress und somit auf die Psyche. Starke Blutzuckerschwankungen beeinflussen die Kognition und die Gehirnfunktion erheblich (u.a. auch Stresstoleranz). Ziel ist es daher, den Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf konstant zu halten, um die Stresstoleranz und die mentale Performance zu erhöhen. Die Ausrede, keine Zeit zu haben um sich richtig zu ernähren, lasse ich nicht gelten.


Haben Sie einen Tipp für einen kurzen Lunch?
Lebensmittel sollten immer möglichst unverarbeitet und faserstoffreich sein, das sind zum Beispiel Haferflocken, Vollkorn-Produkte, Linsen oder Beerenfrüchte. Ungünstige Lebensmittel sind Backwaren, Weissmehlprodukte, Süssigkeiten, Fruchtsäfte, Süssgetränke oder Zucker generell! Genügend Proteine sorgen für die Ausschüttung von wichtigen Botenstoffen, die wichtig für die Stimmung sind und die Konzentration, Kreativität, Wachheit sowie den geistigen Fokus fördern. Wer im Büro arbeitet und sich dadurch wenig bewegt, sollte sich ans Low-Carb-Prinzip halten. Geeignet sind Salate mit Huhn oder Käse, sehr gut ist auch Fisch! Ein Sandwich aus Proteinbrot gefüllt mit einer mageren Proteinquelle (z.B. Poulet oder Trutenaufschnitt) und genügend Gemüse kann ebenso gut sein. Wichtig ist, dass die Sandwiches nicht mit Mayonnaise oder Butter, sondern eher mit Senf, Salsa oder einer Frischkäse-Variante bestrichen werden. Süssgetränke sollten generell vermieden werden.


Weitere Tipps und Hilfe bei Problemen am Arbeitsplatz gibt es auf Psyche-und-Arbeit.

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